Preisträger 2015

1. Preis: 

Dr. Martin Nienhaus von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
(Thema: „Segment reporting under IFRS 8 - Reporting practice and economic consequences”) und 
Jan-Michael Pick von der Bergischen Universität Wuppertal 
(Thema: „Die Folgen von Non-Compliance – Eine Empirische Analyse der Wertrelevanz”)

3. Preis: 

Niklas Schenk und Thilo Towara von der TU Darmstadt 
(Thema: „The Impact of Corporate Governance on Auditor Choice: Evidence from Germany”)

 

Der FEA Hochschulförderpreis

Die Financial Experts Association e.V. (FEA), Bremen, hat es sich zum Ziel gesetzt, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Tätigkeit von Prüfungsausschüssen sowie von Finanzexperten in Aufsichtsorganen (Aufsichtsräte, Verwaltungsräte, Beiräte) zu fördern. Hierzu werden regelmäßig die besten Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterstudiengänge) und Dissertationen mit dem FEA-Hochschulförderpreis ausgezeichnet, die sich inhaltlich mit Aufgabenschwerpunkten (insbesondere Rechnungslegung und Jahresabschluss, Compliance sowie Risikomanagement), Arbeitsweise sowie fachlichen und persönlichen Anforderungen an Prüfungsausschüsse beziehungsweise Finanzexperten in Aufsichtsorganen befassen.

Die FEA hat 2015 erstmalig einen Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Tätigkeit von Prüfungsausschüssen sowie von Finanzexperten in Aufsichtsräten vergeben, der mit insgesamt 7.000 Euro dotiert ist. Alle ausgezeichneten Arbeiten zeichnen sich sowohl durch ein hohes wissenschaftliches Niveau als auch durch eine hohe Praxisrelevanz aus. So zeigt die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit von Jan-Michael Pick von der Bergischen Universität Wuppertal, dass der Kapitalmarkt konsequent auf unternehmerisches Fehlverhalten reagiert. Er hat hierzu unter der Betreuung von Professor André Betzer im Zeitraum von 1999 bis 2012 insgesamt 50.000 Compliance-Meldungen in den USA statistisch untersucht und herausgefunden, dass schon Gerüchte über Rechtsverstöße zu einer durchschnittlichen negativen Rendite von 5% für die Anteilseigner führt. „Wie das aktuelle VW-Beispiel zeigt, wird dieser Durchschnittswert in der Praxis bei eklatantem Fehlverhalten deutlich überschritten“ sagt Professor Peter Ruhwedel von der FOM Hochschule und Mitglied der Jury. „Hinzu kommen Strafzahlungen und erhebliche Aufwendungen für Rechtsanwälte und Berater sowie für die in der Regel erheblichen Anpassungsprozesse im Unternehmen.“ Dr. Frank Hülsberg, Senior-Partner von Warth&Klein und ebenfalls Jurymitglied, ergänzt: „Bereits bei ersten Gerüchten von Rechtsverstößen müssen Unternehmen konsequente Nachforschungen anstellen und eine aktive Rolle im notwendigen Aufklärungsprozess einnehmen. Noch viel wichtiger ist es jedoch, Verstößen durch die Einrichtung eines umfassenden Compliance-Managementsystems vorzubeugen und so das Haftungsrisiko für das Management zu verringern.“

Zusätzlich zur Jury gehörten Professor Nick Gehrke von der Nordakademie, Professor Thorsten Grenz, FEA-Präsident und Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Drägerwerk AG& Co. KGaA sowie Professor Simone Zeuchner von der Hochschule Esslingen, die die eingereichten Arbeiten einer intensiven Prüfung unterzogen haben. Zu den weiteren Preisträgern gehören Dr. Martin Nienhaus (ebenfalls 1. Preis) von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer Arbeit zur Segmentberichterstattung sowie Niklas Schenk und Thilo Towara von der TU Darmstadt mit ihrer Untersuchung zum Zusammenhang von Corporate Governance und Auswahl des Abschlussprüfers.

Die Verleihung des Preises fand am 21. Oktober in Hamburg im Rahmen der Vorstellung der DIN-Leitlinien für Aufsichtsorgane statt, einem gemeinsam von der FEA und dem Deutschen Institut für Normung in Berlin durchgeführten Projekt zur Entwicklung von Standards in der Arbeit von Aufsichtsräten.