Leitbild

Der FEA Ethik-Kodex gemäß § 8 der Satzung dient den Mitgliedern und anderen Finanzexperten als Orientierungsgrundlage für ihr Handeln. Dies umfasst insbesondere relevante Fragestellungen, die durch gesetzliche Regelungen nicht oder nicht vollständig erfasst werden. Für Mitglieder ist der Kodex verbindlich.

 

Ethik-Kodex

Der Finanzexperte

Was ist ein Finanzexperte? FEA-Präsident Prof. Dr. Thorsten Grenz zu den Eigenschaften, die den Finanzexperten im Aufsichtsrat auszeichnen sollten.

 

Allgemeine Handlungsmaximen

Der Finanzexperte von Financial Experts Association e.V. beachtet bei jeder seiner Entscheidungen das Unternehmensinteresse, die Integrität des Kapitalmarktes und die berechtigten Interessen aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Personen. Soweit für ihn erkennbar wird, dass eine von externen Stakeholdern (Financiers, Aktionären) gewünschte Strategie kurzfristige Gewinnerzielung auf Kosten von nachhaltigem Wachstum bewirkt, wird diese Konsequenz offen von ihm in den Gremien oder in Gutachten angesprochen.
Der Finanzexperte darf bei Beschlüssen, Gutachten oder im Willensbildungsprozess der Gremien keine dem Unternehmen zuwiderlaufende Interessenkonflikte in seiner Person aufweisen. In allen Belangen hat er seine Unabhängigkeit in Hinblick auf finanzielle, geschäftliche, persönliche, Karriere fördernde oder politische Interessenverfolgung aus Perspektive eines unbefangenen Dritten selbst zu reflektieren und gegebenenfalls die Mitwirkung an Abstimmungsverfahren auszusetzen. Künftige Entscheidungssituationen und Ämter, die dies nicht gewährleisten können, hat er zu meiden.
Der Aufsichtsrat ist als Kollegialorgan auf den Dialog seiner Mitglieder angewiesen. Finanzexperten achten in ihrer Kommunikation deshalb darauf, keine Informationsasymmetrien entstehen zu lassen – Gebot der Fairness.
Öffentliche Meinungsäußerungen eines Mitglieds – in seiner Rolle als Interessenvertreter der Finanzexperten – sollen, wenn dies nicht ohne weiteres für Dritte ersichtlich ist, unter Ethik-Kodex gemäß § 8 der Satzung mit einem Hinweis auf die Mitgliedschaft bei Financial Experts Association e.V. erfolgen. Hiermit wird „verdeckte Lobbyarbeit“ verhindert. Für Geschäftspraktiken oder Produkte, welche nach den gesetzlichen Bestimmungen in Europa für die menschliche Gesundheit als gefährlich eingestuft werden, wirkt der Finanzexperte bei Kenntniserlangung in den Gremien auf Alternativen hin. Sollten Rechtsverstöße, Verletzung von Mitarbeiter- oder Kundenrechten durch aktive Gremienarbeit in einem Unternehmen nicht unterbunden werden können, legt das Mitglied sein Amt nieder.

 

Arbeit in Gremien und als externer Sachverständiger 

Wirkt der Finanzexperte als Mitglied des Aufsichtsrates oder als externer Sachverständiger am Willensbildungsprozess der Gremien mit, beachtet er strikte Vertraulichkeit. Die unautorisierte Weitergabe von Informationen aus der Gremienarbeit an Dritte führt zum Mitgliederausschluss. Der Finanzexperte fühlt sich der Meinungspluralität und einer offenen Gesprächskultur verpflichtet. Er beachtet und diskutiert von ihm abweichend vertretene Auffassungen, kritische Mindermeinungen und Einschätzungen externer Fachexperten. Für die Vorbereitung von Abstimmungen, an denen der Finanzexperte teilnimmt, verschafft er sich zuvor einen hinreichenden Informationsstand, der in allen Belangen seinem gesetzlich geforderten Business Judgement genügt. Für hierbei juristisch nicht reglementierte Gesellschaftsformen und Gremien wendet er dies, sowie gesetzliche Sorgfaltspflichten, entsprechend an. Kommen Informationen zur Sitzungsvorbereitung ausschließlich über vom Vorstand geleitete Administrationen, werden regelmäßig Umfang und Informationstiefe überprüft und bei Bedarf im Gremium deren Geeignetheit für eine effiziente Überwachung und Beratungsfunktion thematisiert. Beschlussvorlagen für den Aufsichtsrat und seiner Ausschüsse, welche ausschließlich auf einer Vorlage des Vorstandes Ethik-Kodex gemäß § 8 der Satzung beruhen, müssen als solche deutlich im Wortlaut gekennzeichnet sein. Ist das nicht eindeutig, befragt der Finanzexperte den Aufsichtsratsvorsitzenden in der Sitzung hierzu. Der Finanzexperte nimmt nur solche Mandate als externer Sachverständiger an, von denen er aufgrund seiner einschlägigen mindestens fünfjährigen Berufserfahrung überzeugt ist, im Marktverständnis, Methodik und Fachwissen über aktuelles Wissen zu verfügen. Er wendet für seine Arbeiten anerkannte wissenschaftliche Modelle und anerkannte Bewertungsstandards an. Kommen unterschiedliche Standards zu gravierenden Differenzen in Bilanzpositionen u.a., werden diese explizit dargestellt. Das Nicht-Zitieren eines aktuellen Standards stellt einen Mangel eines Gutachtens dar, weil davon ausgegangen wird, dass der Standard dem Finanzexperten nicht bekannt war. Sollte der Finanzexperte nach Übernahme eines Auftrages erkennen, dass seine Fachexpertise einen Teil der Arbeit nicht abdecken kann, zeigt er dies dem Auftraggeber an und bemüht sich um weitere Kapazitäten. Alle am Gutachten fachlich beteiligten Personen werden als Verfasser und mit Kontaktdaten aufgeführt. Sowohl die Arbeit in Gremien, wie die als Sachverständiger, werden von dem Mitglied nur gegen angemessenes Honorar mit schriftlichem Vertrag geleistet. Die Angemessenheit der Vergütung findet ihr unteres Ende in den bekannten Honorar-Tabellen für freie Berufe, ihr oberes Ende an denen für Beratungsleistungen am Markt aktuell üblichen Tagessätzen. Kalkulationsgrundlage ist dabei die zu veranschlagende Arbeitszeit auf Stundenbasis. Bonussysteme, welche sich am Börsenkurs, der Gewinnverwendung oder dem Vorstandssalär orientieren, finden keine Anwendung. Der Ethik-Kodex tritt mit Vorstandsbeschluss gemäß § 8 Nr. 8.1 der Satzung in Kraft.
Nach Kenntnisnahme durch das Mitglied wird er für sie/ihn wirksam. Der Kodex wurde zuletzt vor Beschlussfassung von allen Vorstandsmitgliedern am 17. Februar 2011 ausführlich beraten.


Financial Expert bzw. Finanzexperte umfasst auch die weibliche Sprachform.